Beate Nowak
Die Künstlerin ist Berlinerin. Frühe Anregungen erhielt sie auf der Schulfarm lnsel Scharfenberg. Ihr Lehrer und langjähriger Mentor war der bekannte Berliner Maler Siegfried Kühl, ein Schüler des Expressionisten Georg Tappert und Wegbegleiter von Hannah Höch. Das Studium an der heutigen UdK Berlin im Fach „Visuelle Kommunikation“ schloss sie 1986 als Meisterschülerin von Jürgen Spohn ab. Sie arbeitet als Pressegrafikerin, freie Künstlerin und Dozentin.
Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt der Arbeit der letzten Jahre. Zu sehen sind collagierte Mischtechniken, in denen Fragmente gefundener Dinge zu doppelbödigen Metaphern verwachsen. In einem monatelangen Prozess kombiniert die Malerin den Farbauftrag mit plastischen Strukturen und bindet Materialien wie Wellpappe, Fotos, Ziegelsplitt, Spachtelmasse, Baumrinde und Blütenblätter in ihre Bilder ein.
In manchen ihrer Arbeiten öffnet sich die Dimension einer archäologischen Tiefengrabung in der eigenen Gefühlslandschaft – Schichtungen und Artefakte werden zu Chiffren für Erinnerungen. Die Kraft ihrer Bilder liegt nicht in einer glatten Oberfläche, sondern im Unerwarteten.
Günter Nowak 1931 - 2011
„Das Material, mit dem ich arbeite, ist überwiegend altes Eisen, dem der natürliche Oxydationsprozeß über die Zeit eine natürliche, durchaus erwünschte Patina verliehen hat. Es ist für mich der Stoff, der meinem Ausdruckswillen entspricht, ein Stoff gewissermaßen aus dem Schrottplatz des Lebens. Am Beginn der Arbeit steht bei mir das Finden. Erst dann beginnt der Prozeß des Gestaltens. Ziel ist der befreite, spielerische Umgang mit Material und Thematik. Kunst machen ist nun mal eine Tätigkeit der Sinne, elementar und urtriebhaft. Ich versuche eine neue Form der Realität zu schaffen, in dem ich zu formalen Ausdrucksmitteln aus dem Bereich der Fantasie greife. Neues soll entstehen, noch nie Dagewesenes. Nicht der Gegenstand selbst, sondern die Wirkung, die von ihm ausgeht, ist mir wichtig.“